Case Management Berufsbildung

«Am meisten beschäftigt mich zurzeit der Übergang vom Schulschluss zur Lehre. Einerseits kann ich mich schwer für die restliche Schulzeit motivieren, anderseits fällt mir der Abschied von meinen Gspänli schwer. Wie ich das mit der Lehrstelle angehen soll, weiss ich echt nicht. Mir hilft zwar der Lehrer, und ich habe auch eine "Gotte", die mich bei der Lehrstellensuche begleitet. Da meine Eltern nur wenig Deutsch können und auch nur ganz wenig Geld haben, ist alles nicht ganz einfach. Manchmal habe ich das Gefühl, ich werde von einem Ort zum anderen geschoben.» (Kefida, 16 Jahre)

In solchen «Fällen» ist Case Management angesagt. Kefida wird beim Case Manager oder der Case Managerin angemeldet, er bespricht sich mit ihr und ihren Eltern und gemeinsam schauen sie, was Kefida am besten helfen kann. Die Case Managerin holt alle Personen oder Institutionen an einen runden Tisch, koordiniert die nächsten Schritte und sorgt dafür, dass Kefida immer genau weiss, wer ihr wann wo welche Unterstützung bieten kann und was sie selber unternehmen kann und auch soll.

Im Case Management werden Menschen und Themen zusammengeführt, mit dem Ziel, den Jugendlichen eine passgenaue Unterstützung zu geben und – dies ist ganz wichtig – sie im Sinne von «Hilfe zur Selbsthilfe» zu neuer Zuversicht und Motivation zu führen.

«Als wir dann bei der Case Managerin waren, meine Eltern, der Lehrer, die Gotte, ein Mann vom Sozialamt, eine Berufsberaterin und ein Übersetzer, da wurde mir immer leichter ums Herz. Ich habe jetzt wieder mehr Hoffnung und denke, gemeinsam werden wir einen Weg finden. Ich weiss jetzt auch wieder besser, was ich alleine tun kann und bin motiviert, den Tipps, die ich bekommen habe, nachzugehen.» (Kefida, 16 Jahre)